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Europa lernen – Ausbildung gemeinsam weiterdenken


29. Juli 2026

DRESDEN - Ende Juni waren zwölf Mitarbeitende aus den Mitgliedshäusern der Himmlischen Herbergen im Rahmen eines EU Erasmus+-geförderten Job-Shadowings fünf Tage in Wien unterwegs. Davon drei Teilnehmende aus den Mitgliedshäusern der Arbeitsgemeinschaft Christliche Freizeit- und Tagungshäuser in Sachsen. Im Mittelpunkt standen der Austausch mit innovativen Ausbildungsbetrieben, Hospitationen in der Tourismusschule MODUL sowie Einblicke in soziale und nachhaltige Gastronomiekonzepte.

Gemeinsam sammelten die Teilnehmenden neue Ideen für Ausbildung, Gastfreundschaft und Teamarbeit und entwickelten konkrete Ansätze, die nun in den eigenen Häusern umgesetzt werden. Der europäische Austausch hat einmal mehr gezeigt, wie bereichernd gemeinsames Lernen über Ländergrenzen hinweg sein kann.

Von der Idee zur Umsetzung

Der Umsetzung eines Erasmus+-Mobilitäts-Projektes waren die fachlich beratende Unterstützung der Servicestelle für EU-Förderpolitik und -projekte von EKD und Diakonie Deutschland in Brüssel (EKD-Büro Brüssel) vorausgegangen. 

Von der Projektentwicklung über die Vorbereitungs- und Antragsphase bis hin zur Bewilligung der europäischen Fördermittel dauerte es nahezu ein Jahr.

Als Projektträger und zugleich Antragsteller fungierte der Verein Himmlische Herbergen e. V., dem die Arbeitsgemeinschaft Christliche Freizeit- und Tagungshäuser in Sachsen angehört. In der Durchführungsphase, der durchgeführten Mobilität vor Ort in Wien, wurde das Projekt von zwei Projektverantwortlichen, von denen ebenfalls eine Person aus Sachsen stammte, organisiert und begleitet.

Beobachten, Mittun und Nachahmen: das Konzept von Erasmus+

Zwölf Fach- und Führungskräfte aus kirchlichen Gästehäusern mehrerer Bundesländer brachen dann Ende Juni nach Wien auf, um an der dortigen Tourismusschule MODUL Einblicke in moderne österreichische Ausbildungsstrukturen zu erhalten. Die deutschen Teilnehmenden begleiteten Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Lernende gleichermaßen in deren Arbeitsalltag. Nicht das Konsumieren von Vorträgen, sondern das Beobachten, Mitmachen, Mitgehen und Mittun, verbunden mit einem intensiven fachlichen Austausch, standen im Mittelpunkt. Die deutschen Fachkräfte konnten erleben, wie berufliche Bildung, fachliche Qualität und christliche Werteorientierung erfolgreich miteinander verbunden werden. 

Viele der neu gewonnenen Ideen – von strukturierten Einarbeitungskonzepten neuer Mitarbeiter über neue Formen der Lernbegleitung bis hin zu einer wertschätzenden Führungskultur – sollen nun in den eigenen Häusern unter dem Dach der Himmlischen Herbergen in Deutschland umgesetzt werden. 

Qualität in der Gästebetreuung kennt keine Grenzen

Das Projekt zeigt eindrucksvoll: Erasmus+ ist längst nicht nur ein Programm für Schulen oder Hochschulen. Auch kirchliche Gästehäuser, Tagungshäuser, Jugendbildungsstätten, Familienferienstätten oder andere Einrichtungen mit Ausbildungs-, Anleitungs- und Personalentwicklungsaufgaben können von europäischen Mobilitätsprojekten profitieren. Der Blick über die eigenen Landesgrenzen eröffnet neue Perspektiven, stärkt die Qualität der eigenen Ausbildung und schafft wertvolle (europäische) bis hin zu weltweiten Netzwerken.

Ebenso wichtig ist die Erkenntnis, dass der Weg zu einem Erasmus+-Projekt einfacher ist, als meist vermutet wird. Mit einer guten Projektidee, passenden Partnern und einer kompetenten Begleitung können auch kleinere Einrichtungen erfolgreich europäische Fördermittel nutzen und somit internationale Zusammenarbeit aktiv gestalten. Wichtig dabei sind ein langer Atem und die notwendige Ressourcenbereitstellung über die gesamte Projektlaufzeit hinweg. 

Der Blick über den eigenen Tellerrand: Europäischer Mehrwert

Die Teilnehmenden der Bildungsreise kehrten mit zahlreichen praktischen Impulsen, neuen Ideen für ihren Arbeitsalltag, neuen Kontakten und der Überzeugung zurück, dass Europa im beruflichen Alltag einen echten Mehrwert bietet. Gute Ideen kennen keine Grenzen – und gerade christliche Gästehäuser können durch den internationalen Austausch voneinander lernen und gemeinsam Zukunft gestalten.

Die Arbeitsgemeinschaft Christliche Freizeit- und Tagungshäuser in Sachsen und Himmlische Herbergen e. V. sowie deren Mitglieder und Personal profitieren davon.

Zum Hintergrund

ERASMUS+ ist das EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Es hat zum Ziel, Personen und Einrichtungen aus diesen Bereichen zu unterstützen.

Weiterführende Links:

Teilnehmende Fachkräfte und ihre Mentorinnen und Mentoren in der Tourismusschule Wien (Foto: Sebastian Stattaus & Solveig Wuttke)
Beispiel eines Ausbildungsablaufes bei der aufnehmenden Organisation MODUL (Sebastian Stattaus & Solveig Wuttke)

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