Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Statement von Landesbischof Bilz & Ökumenische Gedenkandacht


04 Mai 2026

»Mit großer Bestürzung habe ich von der Amokfahrt in Leipzig erfahren. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Opfern, ihren Familien und allen, die durch dieses Ereignis aus ihrem Alltag gerissen wurden.

Solche Taten treffen uns ins Mark. Sie erschüttern unser Vertrauen in Sicherheit und lassen viele Menschen fragen: Wie frei können wir uns noch bewegen? Wie sicher sind unsere Städte? Wir können und dürfen diese Fragen nicht kleinreden. Angst ist eine reale Erfahrung. Aber wir sind ihr nicht ausgeliefert. Als Gesellschaft stehen wir zusammen – und wir sehen: In Momenten größten Leids wächst oft eine besondere Kraft der Solidarität. Menschen helfen einander, Fremde werden zu Nächsten.

Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16,33) Diese Worte sind kein billiger Trost. Sie erinnern uns daran, dass Angst nicht das letzte Wort behalten muss. Gerade jetzt kommt es darauf an, dass wir als Gemeinschaft zusammenstehen – wachsam, aber nicht von Misstrauen bestimmt; traurig, aber nicht ohne Hoffnung.

Ich bete für die Verletzten, für die Trauernden und für alle Einsatzkräfte. Gott schenke Trost, Halt und die Kraft, das Leben dennoch zu bejahen.«

Tobias Bilz

Ökumenischen Gedenkandacht in der Leipziger Nikolaikirche

Angesichts der Amokfahrt in der Leipziger Fußgängerzone am gestrigen Montag laden die christlichen Gemeinden der Stadt heute, Dienstag, den 5. Mai, zu einer ökumenischen Gedenkandacht ein. Die Veranstaltung findet um 17:00 Uhr in der Nikolaikirche statt und ist für alle Menschen offen.

Im Zentrum der Zusammenkunft steht das Bedürfnis, dem kollektiven Erschrecken gemeinsam zu begegnen. Es geht darum, den Betroffenen tiefe Solidarität und Mitgefühl zu zeigen. Gleichzeitig soll Raum für Ratlosigkeit, aber auch für Trost und Hoffnung entstehen. In Momenten, in denen Worte nicht mehr ausreichen, um das Unbegreifliche zu fassen, kann das Zusammenkommen, das Schweigen und das Gebet eine große Kraft entfalten.

Geleitet wird die Andacht von Superintendent Sebastian Feydt und Propst Ralph Kochinka. An der Gestaltung wirken der sächsische Landesbischof Tobias Bilz und der Bischof des Bistums Dresden-Meißen Heinrich Timmerevers mit.

Weitere Mitwirkende sind Polizeipfarrerin Dr. Barbara Zeitler und Dr. Kerstin Menzel sowie der Thomanerchor, der die Andacht musikalisch begleiten wird. Die Gedenkandacht wird im MDR Fernsehen live übertragen

Die Kirchen St. Nikolai und St. Thomas in der Leipziger Innenstadt sind heute ab 9:00 Uhr geöffnet, für Trauer, Gebet, Gespräch und um eine Kerze zu entzünden.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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