Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Neue Wege in der Trauerkultur
11. September 2026
Zwickauer Friedhofsverwaltung erreicht Menschen über Social Media und berichtet davon auf bundesweiter Friedhofstagung in Speyer
ZWICKAU / SPEYER - Die Friedhofsverwaltung der Ev.-Luth. Versöhnungskirchgemeinde in Zwickau-Planitz nutzt seit zwei Jahren erfolgreich soziale Netzwerke, um einen zeitgemäßen Zugang zu den Themen Tod und Trauer zu schaffen. Mit kurzen Videos und informativen Beiträgen auf Facebook und Instagram holt das Team um Friedhofsverwalter Burkhard Viertel die Menschen dort ab, wo sie in ihrem Alltag unterwegs sind – im digitalen Raum.
Bericht auf der bundesweiten Tagung für Friedhofs- und Bestattungsrecht in Speyer
Über seine Arbeit und die erfolgreiche Kommunikation in den Sozialen Medien berichtete Burkhard Viertel am 11. September 2026 auf der Tagung für Friedhofsrecht in Speyer. Dort sprachen er und ein Kollege aus Nürnberg über die Erfahrungen und Erkenntnisse der Präsenz in den sozialen Medien.
Aktuell folgen dem Team der Friedhofsverwaltung von Zwickau-Planitz auf Facebook 528 Personen und auf Instagram 346 Follower/innen. Die Videos erreichen jedoch weitaus mehr Menschen. Der Startschuss für diese moderne Öffentlichkeitsarbeit fiel auf direkte Anregung der Friedhofsaufsicht der sächsischen Landeskirche. Zunächst mit professioneller Begleitung einer Agentur gestartet, greifen die Mitarbeitenden mittlerweile oft selbst zum Smartphone, um den Friedhof als Ort der Stille und Natur erfahrbar zu machen. Besonders auf Facebook, das tendenziell von einer Altersgruppe genutzt wird, die sich bewusster mit der eigenen Endlichkeit auseinandersetzt, stoßen die Beiträge auf große Resonanz.
Den Tod aus der Tabuzone holen
Über das Sterben und den Verlust eines geliebten Menschen zu sprechen, fällt oft schwer. Die digitale Präsenz der Friedhofsverwaltung, die neben dem Friedhof Planitz acht weitere Anlagen mit insgesamt 7.000 Grabstätten betreut, bietet hier einen niedrigschwelligen Zugang. Um Berührungsängste abzubauen, teilt das Team ganz unterschiedliche Einblicke in den Friedhofsalltag:
- Praktische Lebenshilfe: Tipps zur sachgerechten Grabpflege und Erklärungen zu aktuellen Bestattungsformen.
- Sensible Trauerbegleitung: Konkrete Hilfestellungen für den Umgang mit Hinterbliebenen. Ein Video mit dem Titel „Wie drücke ich mein Beileid aus?“ traf einen besonderen Nerv und verzeichnete auf Facebook bereits über 40.000 Aufrufe.
- Besondere Einblicke: Authentische Clips über besondere Orte, wie die Öffnung der historischen Junghans-Gruft oder der friedliche Ausblick vom Turm der Lukaskirche in der Silvesternacht.
Hoffnung teilen, Würde wahren
Für Burkhard Viertel ist die Social-Media-Arbeit tief im christlichen Glauben verwurzelt. Die christliche Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod mache es oft leichter, offen über das Sterben zu sprechen. Bei aller Nahbarkeit gibt es für das Team jedoch klare Grenzen: Die Würde des Ortes steht immer an erster Stelle. Humorvolle Pannen-Videos oder unpassende musikalische Begleitungen bei Trauerfeiern sind tabu. Ziel ist es, ein würdevolles, tröstendes Angebot genau dort zu machen, wo die Menschen heute einen großen Teil ihrer Zeit verbringen.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.