Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Neue Kirchenvorstände für Sachsens Kirchgemeinden werden gewählt
09. September 2026
Kirchenvorstandswahlen finden am 13. und 20. September statt
DRESDEN – Am 13. und 20. September 2026 sind die Gemeindeglieder der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens aufgerufen, neue Leitungsgremien für ihre Kirchgemeinden zu wählen. Insgesamt 332 Kirchenvorstände werden für eine sechsjährige Amtszeit neu besetzt.
Hauptwahltermin ist der 13. September 2026. Aus organisatorischen Gründen weichen einige Gemeinden auf den 20. September aus. Wahlberechtigt sind dabei alle konfirmierten Gemeindeglieder ab 14 Jahren. Die Stimmabgabe per Briefwahl ist möglich, muss jedoch rechtzeitig bei der jeweiligen Gemeinde beantragt werden.
Landesbischof Tobias Bilz dankt den Kandidierenden
Landesbischof Tobias Bilz würdigt das Engagement der Kandidierenden, die sich in den vergangenen Wochen bereits in den Gemeinden präsentiert haben:
»Mit Freude und großem Respekt bedanke ich mich bei allen Kandidatinnen und Kandidaten dafür, dass sie sich für dieses so wichtige Leitungsamt in unseren Kirchgemeinden zur Verfügung stellen. Damit erklären sie sich bereit, in einer für unsere Kirche und Gesellschaft enorm herausfordernden Zeit Verantwortung zu übernehmen – für die Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi, für die Gemeinschaft der Christen vor Ort und für das Wirken der Kirche in die Gesellschaft hinein. Und ich wünsche mir, dass viele Gemeindeglieder sich an den Wahlen beteiligen und ihre Kirchenvorstände so mit einem starken Mandat ausstatten.«
Wahl und Berufung in den Kirchenvorstand
Abhängig von der Anzahl der Gemeindeglieder besteht ein Kirchenvorstand aus 5 bis maximal 16 Personen. Zur Wahl vorgeschlagen werden können alle Gemeindeglieder, die zum Zeitpunkt der Wahl das 18. Lebensjahr vollendet und sich bereiterklärt haben, das Gelöbnis als Kirchenvorsteher/in abzulegen. Mindestens fünf wahlberechtigten Kirchgemeindegliedern müssen einen Wahlvorschlag unterschrieben haben, damit die vorgeschlagene Person offiziell zur Wahl kandidieren darf. In den Kirchenvorstand gewählt sind die Kandidatinnen und Kandidaten, die die meisten Stimmen erhalten haben.
In ihrer ersten Sitzung, die innerhalb von drei Wochen nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses stattfinden muss, berufen die gewählten Mitglieder des Kirchenvorstandes weitere Mitglieder. Ziel ist es, die Vielfalt der Gemeinde und ihrer Aufgaben bestmöglich abzubilden. Um junge Menschen einzubinden, ist dabei zwingend ein Berufungsplatz für eine Person zwischen 16 und 27 Jahren reserviert, falls sich in dieser Altersgruppe noch niemand unter den direkt Gewählten befindet.
Einführung der neuen Kirchenvorstände
Die neue Amtszeit beginnt offiziell am 1. Advent (29. November 2026). An diesem ersten Sonntag des neuen Kirchenjahres werden alle neu gewählten und berufenen Mitglieder in Festgottesdiensten feierlich in ihr Amt eingeführt.
Hintergrund: Kirchenvorstand
Der Kirchenvorstand ist das Leitungsgremium der Kirchgemeinde. Er wird durch die Wahl und Berufung von engagierten Gemeingliedern gebildet. Ihm gehören auch die Pfarrer und Pfarrerinnen der Gemeinde an. Der Kirchenvorstand trägt die geistliche und organisatorische Verantwortung und entscheidet über alle wesentlichen Fragen des Gemeindelebens – von der Gottesdienstplanung und der Arbeit mit allen Generationen bis hin zu Bauaufgaben und Finanzen.
Das Gelöbnis, welches alle Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher zu ihrer Einführung sprechen und das zur Schärfung der ethischen Orientierung von der 28. Landessynode im Herbst 2025 ergänzt wurde, lautet:
»Wollt ihr das Amt von Kirchenvorstehern/Kirchenvorsteherinnen in dieser Gemeinde führen gemäß dem Evangelium von Jesus Christus, wie es in der Heiligen Schrift gegeben und im Bekenntnis der evangelisch-lutherischen Kirche bezeugt ist; wollt ihr in eurem Reden und Handeln vor der Welt und gegenüber allen Menschen gleichermaßen auf die Freundlichkeit und Menschenliebe Jesu Christi antworten, indem ihr ihm nachfolgt; seid ihr bereit, geschwisterlichen Rat anzunehmen und Verantwortung zu übernehmen für den Gottesdienst, für die pädagogischen und diakonischen, ökumenischen und missionarischen Aufgaben der Gemeinde sowie für Lehre, Einheit und Ordnung der Kirche, so reicht mir die Hand und antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.«.
Weitere Informationen zur Wahl und Arbeit der Kirchenvorstände in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.