Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur


09. September 2026

Sachsens Kirchen laden zum Tag des offenen Denkmals 2026 ein

DRESDEN – An jedem zweiten Sonntag im September findet der Tag des offenen Denkmals statt. Das diesjährige Motto lautet: »NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur«. Bei Denkmalen in Zusammenhang mit Infrastruktur kommen zunächst historische Wasserwege sowie Straßen- und Schienennetze mit ihren Tunneln und Brücken in den Sinn. Doch auch in diesem Jahr beteiligen sich am Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026 auch zahlreiche Kirchen in Sachsen. Unter den insgesamt 638 geöffneten Denkmalen in Sachsen befinden sich etwa 130 Kirchen der sächsischen Landeskirche.

»Unsere Kirchen und Kapellen sind die weithin sichtbaren Zeichen unseres Glaubens. In ihnen werden Gottesdienste und Andachten gefeiert. Sie sind unser lebendiges geistliches NetzWERK«, sagt Oberlandeskirchenrätin Carmen Kuhn, die das Dezernat Grundstücks-, Bau- und Friedhofswesen im Landeskirchenamt in Dresden leitet. »Auch unsere Pfarr- und Gemeindehäuser öffnen ihre Türen für eine Vielzahl von Gruppen und Initiativen und für Menschen aller Generationen. Zusammen mit den Einrichtungen und Angeboten der Diakonie bilden sie ein soziales NetzWERK«, so Kuhn.

»Viele unserer Friedhöfe sind ebenfalls denkmalgeschützt. Mit ihrem Erhalt leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur kommunalen Infrastruktur. Dieser geht über die Bereitstellung eines Ortes für Bestattungen und die damit verbundene Pflege weit hinaus. Friedhöfe sind Orte der Erinnerung, der Begegnung und des Trauerns und erfüllen darüber hinaus als Grünanlagen eine wichtige ökologische und stadtklimatische Funktion«, betont Kuhn.

Beispiele aus dem Gebiet der sächsischen Landeskirche 

Zahlreiche sächsische Gemeinden beteiligen sich am Tag des offenen Denkmals am 13. September zunutze und bieten vielfältige Programme an. Nachfolgend finden Sie einige ausgewählte Beispiele, die die Vielfalt unseres NetzWERKS verdeutlichen:

Raum Dresden:

  • Kreuzkirche Dresden: Eines der wichtigsten kirchlichen Denkmale und Zentrum eines weitreichenden musikalischen Netzwerks öffnet seine Türen. Mit speziellen Angeboten wie Führungen zum Glockenstuhl (mit Turmaufstieg), Führungen zur bekannten Jehmlich-Orgel sowie zur Baugeschichte der Kirche bietet die Gemeinde ein vielfältiges Programm.
  • Lukaskirche Dresden: Die Kirche ist im Anschluss an den Gottesdienst von ca. 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Außerdem wird eine Führung durch das Kirchgebäude angeboten, bei der auf die architektonischen Besonderheiten und auf die Altlasten aus der Nutzungszeit als Tonstudio eingegangen wird. Mitglieder des Fördervereins Lukaskirche Dresden e.V. führen jeweils zur vollen Stunde interessierte Gäste auf den Turm der Lukaskirche und erläutern die Baugeschichte, technische und historische Hintergründe.
  • Schifferkirche Maria am Wasser Dresden-Hosterwitz: Die im späten 15. Jh. Errichtete Kirche mit dm ovalen Friedhof mit historischen Grabmalen hat eine hohe bau- und ortsgeschichtliche, künstlerische und landschaftsgestaltende Bedeutung. Dort wird zu drei Führungen eingeladen. Bei schönem Wetter werden auch Getränke und Kuchen angeboten.

Raum Leipzig:

  • Philippuskirche Leipzig: Als Inklusionsbetrieb und Ort der Begegnung im Leipziger Westen veranschaulicht sie auf eindrucksvolle Weise, wie kirchliche Gebäude heute als lebendiges, soziales Netzwerk weit in den Stadtteil hineinwirken. Neben der freien Besichtigung erwartet die Besucher/innen ein vielfältiges Programm mit Kirchenführungen, Orgelführungen, Kirchenerkundung für Kinder, Konzerten, einem Steinmetz-Workshop und Tetrapack-Druck sowie Spielgeräten auf dem Vorplatz.
  • Versöhnungskirche Leipzig-Gohlis: Die Kirche mit ihrem 43 m hohen Turm ist ein Bau der klassischen Moderne. Um 15:00 Uhr und 16:00 Uhr werden Kurzführungen mit Turmbesteigung angeboten. Im Turm gibt es Kirchenmodelle zu sehen, vorwiegend von Leipziger Kirchen.
  • Emmauskirche Sellerhausen: Die Kirche, ein Ziegelbau des ausgehenden Historismus, lädt um 10 Uhr zu einem Gottesdienst mit der Band Ostlicht und danach von 11:00 – 17:00 Uhr zur Besichtigung mit Kirchenkaffee und Gelegenheit zum Verweilen und Begegnen ein. Es gibt die Möglichkeit zur Turmbesteigung mit Besichtigung des historischen Glockenstuhls und des alten Uhrwerks mit 360-Panoramablick über die Dächer Leipzigs. Zur vollen Stunde werden Kirchenführungen mit spannenden Einblicken in Geschichte, Architektur und Ausstattung der Emmauskirche und zur halben Stunde kurze musikalische Impulse an der Kreutzbach Jehmlich Orgel angeboten. Darüber hinaus warten ein kleiner Basar und Büchertisch, eine Mitmachaktion »Sellerhausen ist Vielfalt« und eine Verspendung von Orgelpfeifen und Teilen des alten Orgelspieltisches auf die Besucherinnen und Besucher.
  • Kundigundenkirche Borna: Die dreischiffige romanische Pfeilerbasilika wurde aus Backstein errichtet und besitzt weder einen Turm noch Glocken. Sie gilt als das älteste erhaltene Bauwerk Bornas und gehört zu den frühesten Backsteinkirchen Mitteldeutschlands. Ihre weitgehend erhaltene mittelalterliche Bausubstanz und die Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert machen sie zu einem außergewöhnlichen Zeugnis der regionalen Bau-, Kunst- und Stadtgeschichte. Neben der Kirchenbesichtigung wird auch Ausstellung zur Gründung der Stadt Borna angeboten.

Westsachsen:

  • Freiberger Dom St. Marien mit Kreuzgang und Annenkapelle: Der Dom samt Kreuzgang und Grünem Friedhof können zwischen 12:00 und 17:00 Uhr besichtigt werden. Am Nachmittag wird ab 14:00 Uhr ein Kuchenbasar mit Kaffeeausschank im Grünen Friedhof angeboten. Um 12:00 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr finden Führungen zur geplanten Domsanierung statt.
  • Stadtkirche St. Jakobi Chemnitz: Die Stadt- und Marktkirche St. Jakobi befindet sich auf einem der ältesten Kirchenstandorte von Chemnitz und war über Jahrhunderte das geistliche und gesellschaftliche Zentrum der Stadt. Hier werden mehrere, u. a. familienfreundliche, Führungen angeboten.
  • George-Bähr-Kirche Pockau: Der barocke Kreuzbau wurde 1719–26 von George Bähr erbaut und zusammen mit der Orgel von Gottfried Silbermann 1726 geweiht. Angeboten werden Kirchenführungen, Ausstellungen und ein Rückblick auf 300 Jahre George-Bähr-Kirche mit ihrer Silbermannorgel.
  • St. Annenkirche (Annaberg-Buchholz): Die weithin sichtbare Hallenkirche war stets das geistliche und kulturelle Zentrum der historischen Bergbauregion. Ihre kunstvolle Architektur zeugt von den starken überregionalen Netzwerken der Baumeister im späten Mittelalter. Von 12:00 bis 16:00 Uhr finden Führungen durch die Kirche statt. Der Glockenstuhl und der Kirchenboden können von 12:00 bis 17:00 Uhr besichtigt werden. Zudem ist der Aufstieg bis in die Turmlaterne möglich.

Ostsachsen:

  • Silbermann-Orgel in der Kirche Crostau: Die östlichste Silbermann-Orgel Sachsens von 1732 mit zwei Manualen und 20 Registern kann besichtigt werden. Um 15:00 Uhr gibt es ein Konzert-Café im Pfarrgarten und um 16:00 Uhr ein Konzert Venedig-Crostau »Silbermann-Orgel im Kontext«.
  • Kirche St. Nicolai Pulsnitz: Die westlich des Marktplatzes gelegene evangelische Stadtkirche St. Nicolai in Pulsnitz ist eine spätgotische Hallenkirche, die von 15:00 bis 17:00 Uhr zur Kirchenbesichtigung mit offener Orgelmusik offen steht.

Eine vollständige Übersicht mit Suchfunktion für alle beteiligten Sakralbauten in Sachsen finden Sie im offiziellen Programm.

Hintergrund

Der Tag des offenen Denkmals wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) koordiniert. Es ist das größte Kulturevent Deutschlands mit Millionen von Besucherinnen und Besuchern. Das jährlich wechselnde Thema soll Menschen die Vielfalt der Denkmäler in ihrer Region näher zu bringen.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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