Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Gestaltungsspielräume für den kirchlichen Gebäudebestand offenhalten und nutzen


21. Juli 2026

Das Moratorium für Baumaßnahmen ermöglicht Überarbeitung des Gebäudeleitfadens und der Gebäudekonzeptionen

DRESDEN - Aufgrund der rückläufigen Finanzmittel kann der Gebäudebestand nicht mehr wie bisher finanziert werden. Um Gestaltungsspielräume zu eröffnen, hat das Landeskirchenamt hat am 7. Juli 2026 ein zweijähriges Moratorium für Baumaßnahmen beschlossen. Dieses gilt im Zeitraum vom 1. September 2026 bis 31. August 2028 für Kirchgemeinden und Kirchenbezirke. Die Bekanntmachung der zeitweisen Änderung der Kirchlichen Bauordnung erfolgt im Amtsblatt vom 31. Juli 2026. Über Fristen für Bauanträge im August wurden Kirchgemeinden und Kirchenbezirke mit einem Schreiben vom 9. Juli 2026 informiert. 

Für den Zeitraum des Moratoriums gilt: Es werden keine neuen Baumaßnahmen genehmigt und keine außerordentlichen Zuweisungen bewilligt. Für zwingend erforderliche, nicht aufschiebbare Baumaßnahmen wird es Einzelfallentscheidungen geben. Das Baumoratorium hat keinen Einfluss auf bereits bewilligte Baumaßnahmen und auch Nachfinanzierungen sind weiterhin möglich.

Die Überarbeitung des Gebäudeleitfadens und die Erstellung neuer Gebäudekonzeptionen erfolgen parallel zum Reform- und Zukunftsprozess „Kirche im Wandel“. Die dort maßgeblichen, sich ändernden Rahmenbedingungen sind jedoch auch Impuls für das zeitweise Aussetzen kirchlicher Baugenehmigungen und Bauzuweisungen. 

Ziel des Moratoriums ist es, Gestaltungsspielräume für den kirchlichen Gebäudebestand offenzuhalten und mit Vorliegen neuer Gebäudekonzeptionen gezielt zu nutzen. Die während des Moratoriums angesparten Bauzuweisungsmittel stehen nach den zwei Jahren zur Verfügung auf der Grundlage der grundlegend überarbeiteten Gebäudekonzeptionen.

Ende 2025 wurden die Mittel, die die Landeskirche zum Erhalt des vor allem kirchgemeindlichen Gebäudebestands zur Verfügung stellen konnte, nach 18 Mio. Euro (Haushaltjahr 2024) auf 12 Mio. Euro und zuletzt auf 9 Mio. Euro (Haushaltjahr 2026) reduziert. Anlässlich dieses Einschnittes machte Landesbischof Tobias Bilz am 30. Dezember 2025 gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) deutlich: „Es ist nach wie vor so: Wir schließen und verkaufen Kirchen nicht.“ Es geht vielmehr um die Öffnung der Kirchgebäude in den Sozialraum. Dieser Diskussionsprozess wie auch die konzeptionellen Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse zu den weiteren kirchlichen Gebäuden sollen während des Moratoriums vor Ort und mit Unterstützung geführt werden.

Zum Hintergrund

Der Gebäudebestand der Kirchgemeinden der Landeskirche umfasst rund 4.450 Gebäuden. Er setzt sich aus circa 1.630 Kirchen, Kapellen und Friedhofskapellen sowie zahlreichen Pfarrhäusern und –höfen, Gemeindezentren, Wohnhäusern, Verwaltungsbauten, aber auch Kindertagesstätten und Schulen zusammen. Kirchen und Kapellen dienen in erster Linie als Versammlungsräume für Gottesdienste und Andachten, aber auch für Vorträge und für kirchliche Konzerte. Darüber hinaus stehen sie allen Menschen zur persönlichen Andacht und zur Besichtigung offen. Mit ihren Türmen prägen die Kirchen seit Jahrhunderten die Kulturlandschaft Sachsens. Sie sind mit ihrer Ausstattung ein kirchen- und kunstgeschichtlich bedeutendes sowie kulturell wertvolles Erbe.

Mit dem Erhalt der überwiegend historischen, denkmalgeschützten Gebäude gehen hohe Unterhalts- und Sanierungskosten einher. Zum Zeitpunkt der Gründung der DDR 1949 stellten Christen mit 92% eine deutliche Bevölkerungsmehrheit dar. Bis 1988 verringerte sich die Zahl der Menschen, die einer christliche Kirche angehören, auf knapp 40%. Auch nach der politischen Wende ist die Zahl der Gemeindeglieder weiter stetig gesunken. Aktuell gehören der EVLKS noch rund 575.000 Menschen an. Der Gebäudebestand hat sich im Verhältnis zur Vorkriegszeit kaum verändert. Somit müssen immer weniger Menschen für den Unterhalt und den Erhalt der Gebäude aufkommen. 

Mit den sinkenden Gemeindegliederzahlen gehen auch geringere Kirchensteuereinnahmen einher. Da hiervon fast alle Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) betroffen sind, erhält die Landeskirche auch einen zurückgehenden Betrag aus dem innerkirchlichen Finanzausgleich. Der Rückgang von Drittmitteln, beispielsweise aus dem Bereich der Denkmalpflege und des Denkmalschutzes, erschweren die Finanzierung von Sanierungsmaßnahmen zusätzlich.

Um kirchliches Leben auch in Zukunft in qualitätvollen, adäquaten Räumen zu ermöglichen und die wichtigsten Kirchen und Gebäude für den Verkündigungsdienst erhalten zu können, ist eine Konzentration unausweichlich. Auch das Generieren von Einnahmen mittels des Gebäudebestands gewinnt an Bedeutung. Das Moratorium schafft Gestaltungsspielraum für tragfähige Grundsatzentscheidungen zum Gebäudebestand in den Regionen. 

KI-generiert

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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