Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

Europa lernen – Ausbildung gemeinsam weiterdenken


29. Juli 2026

DRESDEN - Ende Juni waren zwölf Mitarbeitende aus den Mitgliedshäusern der Himmlischen Herbergen im Rahmen eines EU Erasmus+-geförderten Job-Shadowings fünf Tage in Wien unterwegs. Davon drei Teilnehmende aus den Mitgliedshäusern der Arbeitsgemeinschaft Christliche Freizeit- und Tagungshäuser in Sachsen. Im Mittelpunkt standen der Austausch mit innovativen Ausbildungsbetrieben, Hospitationen in der Tourismusschule MODUL sowie Einblicke in soziale und nachhaltige Gastronomiekonzepte.

Gemeinsam sammelten die Teilnehmenden neue Ideen für Ausbildung, Gastfreundschaft und Teamarbeit und entwickelten konkrete Ansätze, die nun in den eigenen Häusern umgesetzt werden. Der europäische Austausch hat einmal mehr gezeigt, wie bereichernd gemeinsames Lernen über Ländergrenzen hinweg sein kann.

Von der Idee zur Umsetzung

Der Umsetzung eines Erasmus+-Mobilitäts-Projektes waren die fachlich beratende Unterstützung der Servicestelle für EU-Förderpolitik und -projekte von EKD und Diakonie Deutschland in Brüssel (EKD-Büro Brüssel) vorausgegangen. 

Von der Projektentwicklung über die Vorbereitungs- und Antragsphase bis hin zur Bewilligung der europäischen Fördermittel dauerte es nahezu ein Jahr.

Als Projektträger und zugleich Antragsteller fungierte der Verein Himmlische Herbergen e. V., dem die Arbeitsgemeinschaft Christliche Freizeit- und Tagungshäuser in Sachsen angehört. In der Durchführungsphase, der durchgeführten Mobilität vor Ort in Wien, wurde das Projekt von zwei Projektverantwortlichen, von denen ebenfalls eine Person aus Sachsen stammte, organisiert und begleitet.

Beobachten, Mittun und Nachahmen: das Konzept von Erasmus+

Zwölf Fach- und Führungskräfte aus kirchlichen Gästehäusern mehrerer Bundesländer brachen dann Ende Juni nach Wien auf, um an der dortigen Tourismusschule MODUL Einblicke in moderne österreichische Ausbildungsstrukturen zu erhalten. Die deutschen Teilnehmenden begleiteten Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Lernende gleichermaßen in deren Arbeitsalltag. Nicht das Konsumieren von Vorträgen, sondern das Beobachten, Mitmachen, Mitgehen und Mittun, verbunden mit einem intensiven fachlichen Austausch, standen im Mittelpunkt. Die deutschen Fachkräfte konnten erleben, wie berufliche Bildung, fachliche Qualität und christliche Werteorientierung erfolgreich miteinander verbunden werden. 

Viele der neu gewonnenen Ideen – von strukturierten Einarbeitungskonzepten neuer Mitarbeiter über neue Formen der Lernbegleitung bis hin zu einer wertschätzenden Führungskultur – sollen nun in den eigenen Häusern unter dem Dach der Himmlischen Herbergen in Deutschland umgesetzt werden. 

Qualität in der Gästebetreuung kennt keine Grenzen

Das Projekt zeigt eindrucksvoll: Erasmus+ ist längst nicht nur ein Programm für Schulen oder Hochschulen. Auch kirchliche Gästehäuser, Tagungshäuser, Jugendbildungsstätten, Familienferienstätten oder andere Einrichtungen mit Ausbildungs-, Anleitungs- und Personalentwicklungsaufgaben können von europäischen Mobilitätsprojekten profitieren. Der Blick über die eigenen Landesgrenzen eröffnet neue Perspektiven, stärkt die Qualität der eigenen Ausbildung und schafft wertvolle (europäische) bis hin zu weltweiten Netzwerken.

Ebenso wichtig ist die Erkenntnis, dass der Weg zu einem Erasmus+-Projekt einfacher ist, als meist vermutet wird. Mit einer guten Projektidee, passenden Partnern und einer kompetenten Begleitung können auch kleinere Einrichtungen erfolgreich europäische Fördermittel nutzen und somit internationale Zusammenarbeit aktiv gestalten. Wichtig dabei sind ein langer Atem und die notwendige Ressourcenbereitstellung über die gesamte Projektlaufzeit hinweg. 

Der Blick über den eigenen Tellerrand: Europäischer Mehrwert

Die Teilnehmenden der Bildungsreise kehrten mit zahlreichen praktischen Impulsen, neuen Ideen für ihren Arbeitsalltag, neuen Kontakten und der Überzeugung zurück, dass Europa im beruflichen Alltag einen echten Mehrwert bietet. Gute Ideen kennen keine Grenzen – und gerade christliche Gästehäuser können durch den internationalen Austausch voneinander lernen und gemeinsam Zukunft gestalten.

Die Arbeitsgemeinschaft Christliche Freizeit- und Tagungshäuser in Sachsen und Himmlische Herbergen e. V. sowie deren Mitglieder und Personal profitieren davon.

Zum Hintergrund

ERASMUS+ ist das EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Es hat zum Ziel, Personen und Einrichtungen aus diesen Bereichen zu unterstützen.

Weiterführende Links:

Teilnehmende Fachkräfte und ihre Mentorinnen und Mentoren in der Tourismusschule Wien (Foto: Sebastian Stattaus & Solveig Wuttke)
Beispiel eines Ausbildungsablaufes bei der aufnehmenden Organisation MODUL (Sebastian Stattaus & Solveig Wuttke)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite